Aufschwung

Im Jahre 1886 war das Goldfeld Johannesburg entdeckt worden. Nun kam neues Leben durch die Einwanderer ins Land. Die Farmprodukte wurden teuer bezahlt. Ich erinnere mich, daß für einen Sack von 200 Pfund Mehl 3 Pfund und für hundert Garben Hafer 3.10 Pfund und mehr bezahlt wurden. Auch mein Geschäft in Bethanie ging flott, da die Schwarzen auf den Minen viel Geld verdienten. Besonders machte ich gute Geschäfte in Wolldecken und "German Print", bedruckten Stoffen aus Deutschland.

Durch die Rinderpest war fast alles Vieh im Lande krepiert, und es waren keine Ochsen zu haben. Um Waren für das Geschäft von Pretoria anzufahren, schaffte ich mir ein Gespann von zehn Pferden an. Doch das war eine schwere Fahrerei. Die hiesigen Pferde sind kein schweres ziehen gewöhnt. Im Gespann hatte ich einen braunen Wallach, der ließ Whisky, der zog grundsätzlich nicht. Wenn die Peitsche kam, stellte er sich hin und keilte hinten aus. Ich war oft verzweifelt, wenn die Tiere den Wagen nicht ziehen wollten. Mein Gespann Pferde habe ich leider nicht lange gehabt. Als der Sommer kam, gingen die meisten an Pferdeseuche ein; nur zwei Blauschimmel, Leutnant und Major, blieben übrig. Ich habe diese noch lange als Karrenpferde gebraucht.

Dann ließ ich mir bald ein Gespann von zwölf Ochsen aus dem Bechuanaland kommen, sie kosteten 17 Pfund das Stück.

Auch das Malariafieber hielt noch mehrere Jahre an, war aber nicht mehr so arg wie im Jahre 1887. Leider bekam ich in jedem Jahre im März einen Anfall von Malaria bis zum Jahre 1903. Ich habe also zwölf Jahre lang jedes Jahr einen Fieberanfall gehabt und in manchem Jahr sehr stark. Dadurch war meine Gesundheit sehr geschwächt. Für Malaria gebrauchten wir allerlei Mittel, hauptsächlich Chinin. Auch kochten wir Tee von Gummibaumblättern, auch Tee von Stockholmteer. Alle diese Mittel sind zu empfehlen und haben uns gute Dienste getan.


Farmkauf