Farmkauf

1894 kaufte ich meine erste Farm Modderspruit, etwa 600 Morgen groß, von den Brüdern Paul und Sarel Roos für 800 Pfund. Diese Farm lag in der Nähe von Wolhuterskop und grenzte an die Hermannsburger Missionsstation Eben-Ezer, wo Superintendent Jordt Missionar war. Der Boden war gut, hatte aber nur wenig Wasser aus einer Quelle. Wenn es mein Geschäft erlaubte, fuhr ich von Bethanie für einen oder mehrere Tage zur Farm, machte einen schönen Damm, um das Wasser aufzufangen, und pflanzte Obstbäume an, besonders Apfelsinenbäume. Ein Wohnhaus war nicht auf der Farm. Wenn ich da war, wohnte ich bei Missionar Jordt, es war nur eine Meile von der Farm bis zu Jordts. Ich habe eine Menge Land auf der Farm urbar gemacht und paar Jahre ganz schöne Korn- und Tabakernten gehabt. Ein Schwarzer, der alte Job, wohnte dort und bearbeitete die Farm. Dann ließ ich einen jungen Mann von Deutschland herauskommen, der dann eine Zeitlang die Farm bearbeitete. Ich habe aber nie ein Wohnhaus darauf gebaut.

Im Jahre 1904 wurde die Bahnlinie von Pretoria nach Rustenburg gebaut. Da verkaufte ich die Farm Modderspruit an die Regierung für 1200 Pfund und machte somit einen ganz guten Profit. Die Farm war nicht sehr schön gelegen. Auch wurde das Wasser immer weniger. Ich hatte nie den Plan, selbst dahin zu ziehen, wünschte vielmehr, eine Farm am Magaliesberg zu besitzen, und wollte nicht immer Kaufmann bleiben, weil ich mehr Lust für Farmerei hatte.

Im Jahre 1896 kaufte ich eine andere Farm, "Sanddrift", zusammen mit einem Freunde. Diese Farm, 800 Morgen groß, kauften wir vom alten Koro Senekal für 850 Pfund. Sie lag im Buschfeld am Krokodilfluß, war unkultiviert und nur als Viehweide benützt. Mein Freund zog auf diese Farm, nachdem er sich ein kleines Haus gebaut hatte. Wir kauften eine Pumpenanlage und pumpten aus dem Fluß das Wasser zur Berieselung der Felder, ernteten aber nur wenig im ersten Jahr.

Im Jahre 1897 kam dann die große Rinderpest ins Land. Auch mein Vieh, über 60 Kopf, bekam die Pest und verreckte so schnell, daß es schrecklich anzusehen war. In ein paar Monaten war alles tot. Von den über 60 Kopf behielt ich ein Kalb von einem Jahr übrig. Infolge der verpesteten Luft brach unter den Menschen Malariafieber aus. Wir alle lagen krank, und viele starben, auch ein Sohn meines Freundes auf Sanddrift. Die schweren Verluste nahmen uns allen Mut, mit der Kultivierung der Farm anzufangen. Da mein Freund von der Farm fortzog, blieb sie in unkultiviertem Zustande liegen. Die Pumpenanlage verkauften wir mit großem Verlust. Mein Freund und ich hatten uns gegenseitig das Verkaufsrecht von der Farm schriftlich gegeben, ohne einen Preis festzulegen. Eines guten Tages schrieb er mir, er wolle sein Anrecht an der Farm verkaufen, er könne 1000 Pfund dafür kriegen. Wenn ich es ihm gemäß dem Übereinkommen für 1000 Pfund abkaufen wolle, könnte ich es haben. Dies fand ich etwas sehr happig. Er hatte mitgekauft auf mein Angebot hin. Da er ein armer Mann war, muße ich seine Kaufsumme von 425 Pfund teilweise für ihn auslegen, sonst konnte er nicht mitkaufen. Wissend, daß die Farm wertvoll für die Zukunft war, zahlte ich die 1000 Pfund an ihn und war nun Eigentümer der ganzen Farm. Dann ließ ich die Wasserleitung, die aus dem Fluß angelegt werden konnte, herausnehmen und verkaufte 1901 die Farm für 4000 Pfund.


Rettung aus Lebensgefahr